In 55 Prozent der Pflegeheime bleiben Plätze ungenutzt
Wegen Personalmangels können 55 Prozent der Alten- und Pflegeheime in Deutschland nicht mehr alle Plätze belegen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste (BPA) unter rund 1.100 Mitgliedseinrichtungen in ganz Deutschland. In einzelnen Bundesländern liegt die Zahl noch höher. Das spreche für einen leisen Abbau der Kapazitäten; Insolvenzen seien kein sicherer Gradmesser mehr, heißt es beim BPA.

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In Pflegeheimen bleiben Zimmer unbelegt, weil vor allem Pflegefachkräfte fehlen
Hilfe bei Inkontinenz durch Blasenschwäche und Übergewicht
Übergewicht ist in Deutschland weit verbreitet: Rund 54 Prozent der Erwachsenen sind betroffen, einschließlich Adipositas. Besonders ältere Menschen leiden häufiger darunter. Ein zu hohes Körpergewicht belastet den Beckenboden und kann zu Blasenschwäche führen. Etwa 3,4 Millionen Menschen in Deutschland kämpfen mit Adipositas und begleitender Urin-Inkontinenz, was häufig zu sozialer Isolation und noch mehr Gewicht führt. Mehr erfahren
Die Regierung würde immer wieder darauf verweisen, dass es kaum Insolvenzen gebe. Diese Sichtweise sei aber zu einfach. Das zu verdeutlichen, sei Anlass für die Befragung gewesen, so der BPA.
Die Zahlen der nicht voll belegte Einrichtungen in Prozent, je Bundesland:
- Baden-Württemberg 55 Prozent
- Bayern 53 Prozent
- Berlin 54 Prozent
- Brandenburg 58 Prozent
- Bremen/Bremerhaven 78 Prozent
- Hamburg 75 Prozent
- Hessen 62 Prozent
- Mecklenburg-Vorpommern 53 Prozent
- Niedersachsen 60 Prozent
- Nordrhein-Westfalen 47 Prozent
- Rheinland-Pfalz 77 Prozent
- Sachsen 53 Prozent
- Sachsen-Anhalt 53 Prozent
- Schleswig-Holstein 43 Prozent
- Thüringen 62 Prozent
- Bundesdurchschnitt 55 Prozent