Eine App, die Schmerzen bei Demenzkranken erkennt
Menschen mit Demenz können ihre Schmerzen oft nicht artikulieren. Dadurch laufen sie Gefahr, unbehandeltes Leid zu erfahren. Das australische Unternehmen Painchek hat bereits vor einigen Jahren eine Lösung für dieses Problem entwickelt: eine App, die mittels künstlicher Intelligenz die für Schmerzen typischen Muskelbewegungen im Gesicht registriert. Erstmals wird die in Europa bereits zugelassene App nun auch in Deutschland getestet.

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Anhand der Gesichtszüge erkennt die App Painchek, ob ein Demenzkranker Schmerzen hat
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In Australien wird die Painchek-App bereits routinemäßig eingesetzt, für Menschen mit Demenz, aber auch für andere Patientengruppen wie Kinder. Dort gibt es bereits Verträge für mehr als 180.000 Patienten, in Großbritannien sind es 90.000.
Nun könnte die Painchek-App auch nach Deutschland kommen. An der Hochschule Bielefeld (HSBI) gibt es ein Forschungsprojekt im Fachbereich Gesundheit, das die Wirksamkeit der App in fünf Pflegeheimen untersucht, berichtet die Zeitschrift Altenpflege.
Übrigens funktioniert die App nicht nur mit KI: Die Pflegekraft wird auch aufgefordert, ihre Beobachtungen zu dokumentieren, indem sie Fragen etwa zu Bewegungen und Lautäußerungen mit "Ja" oder "Nein" beantwortet. Die Antworten kombiniert die App dann mit den Daten der Gesichtsanalyse.
Kirsten Gaede